Die Schauspielerin Maria Furtwängler spielt im Film „Cooking Cats“ die Entwicklungshelferin Dorothea. Der Film wirf ein eher negatives Bild auf das Engagement in der Dritte Welt. Warum die 47-Jährige dennoch einwilligte die Rolle zu übernehmen, erzählt sie im Interview.

Als Sie das erste Mal das Drehbuch gelesen haben, was ging Ihnen da durch den Kopf?

Viel zu düster, viel zu viel Alkohol, das geht gar nicht. Ein Jahr später bekam ich das Drehbuch wieder – dann über einen Freund, der mich bestärkte. Trotzdem war ich immer noch unsicher. Beim dritten Werben um mich, habe ich die Regisseurin getroffen und plötzlich mochte ich auch das Buch und in der letzten Fassung finde ich es jetzt großartig. Irgendwann hatte ich richtig Lust auf dieses Wagnis eine Frau zu spielen, die so extrem ist wie Dorothea. Ich bedauere es keinen Moment, obwohl es unfassbar anstrengend ist.

Was ist so anstrengend an den Dreharbeiten?

Isabelle Stever ist eine sehr fordernde Regisseurin. Aber auch die Rolle fordert viel von mir und ist gleichzeitig ein Fest. Ich spiele vom größten Glamour, souverän, schick und weltgewandt zum totalen Absturz, wo alles schief geht. Ich werde als Dorothea im Grunde gekündigt, nehme unendlich viele Drogen, sehe grauenvoll aus und muss trotzdem am Schluss noch eine Gala organisieren, obwohl ich mich eigentlich nur übergeben muss. Es macht viel Spaß eine so extreme Figur zu spielen und trotzdem die tiefe Menschlichkeit und tiefe Verzweiflung dieses Charakters darzustellen. Mittlerweile kann ich sagen, dass ich das Drehbuch der Regisseurin brillant finde.

Was wollen Sie den Zuschauen mit dieser extremen Rolle vermitteln?

Ich würde mir wünschen, dass diese Frau, obwohl sie Dinge tut, bei denen man nur mit dem Kopf schütteln kann, trotzdem ein tief menschlich nachvollziehbares Wesen ist. Sie ist verzweifelt und sie ist am Rande des Abgrundes. Ich würde mich freuen, wenn der Zuschauer mitgeht, weil er merkt, das ist auch nur ein Mensch. Wenn mir das gelingt, dann bin ich zufrieden.

Anne von Keller,Maria Furtwängler und Mehmet Söver; Photo: Christine Siefer
Furtwängler und Mehmet Sözer; Photo: Christine Siefer

Sie engagieren sich genau wie ihre Filmrolle in der Dritten Welt. Der Film wirft aber ein negatives Bild auf Entwicklungshilfe. Ist Ihnen das nicht zu riskant?

Ich unterstütze die German Doctors. Nach all meiner Erfahrung kann ich sagen, dass die Hilfe ankommt und richtig eingesetzt wird. Ich weiß, dass diese Ärzte extrem bescheiden wohnen und die verdienen auch kein Geld dort, bei ihrem mindestens sechswöchigen Einsatz. Ich habe schon ein paar Mal solche Projekte besucht und mitunter auch mitgearbeitet. Zudem habe ich mit meiner Tochter und den German Doctors zusammen das Malisa Home für Mädchen auf den Philippinen gegründet, die für die Zwangprostitution verkauft wurden. Ich weiß, wie Entwicklungshilfe funktionieren kann, aber ich habe natürlich auch schon die andere Seite gesehen.

Haben Sie in Beispiel?

Ich war mit meinen Ärzten bei einem schweren Erdbeben in Indien. Dort habe ich zum Beispiel mitbekommen, wie für das deutsche Kamerateam blitzschnell Kinder aus den lokalen Familien beschafft wurden, weil einfach keine Kinder im Waisendorf da waren. Diese negative Seite der Entwicklungshilfe gibt es auch. Vor allem in der Akuthilfe geht vieles schief.

Vielen Dank für das Interview

Das Interview und mein Text über den Film und die Drehstadt Köln wurde im Boulevard-Magazin des General-Anzeigers Bonn am 13./14.September 2014 veröffentlicht. Den PDF-Download findet ihr HIER

Cooking Cats; Photo: Christine Siefer
Cooking Cats; Photo: Christine Siefer
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