Auf eine lange Tradition blickt die Weinindustrie Zyperns zurück. Schon vor über 5000 Jahren nutzten die Zyprioten das sonnig-warme Klima zum Weinanbau. Im Gegensatz zu Xenia Polimitis will Winzer Charis Athenodorou sein Geschäft den Kindern vererben. Seine Eltern bauten wie viele Dorfbewohner im kleinen Stil ihren Wein an und verkauften die Überschüsse an die großen Vertriebe. Vor dreißig Jahren verirrte sich ein deutscher Journalist in das Dorf und interviewte Charis Vater zum Geheimnis des zypriotischen Weins. Das Foto aus dem Artikel hängt nun über den Urkunden und Auszeichnungen eingerahmt in der Kellerei. Als der Vater starb entschieden Charis und sein Bruder einen eigenen Wein-Betrieb aufzumachen. „Wir starteten mit dem Gedanken, das fortzuführen, was unsere Eltern mit Liebe begonnen hatten“, erzählt er. Diesmal vertreiben sie ihren Wein selbst und beliefern hauptsächlich kleine Läden und Restaurants auf der Insel. 100 000 Flaschen verlassen so jedes Jahr die Kellerei im Troodos-Gebirge. Vor allem die Südseite des Gebirges bietet ideale Voraussetzungen für die unterschiedlichsten Sorten. In den 40er-Jahren wurden daher auch ausländische Sorten wie Riesling oder Chardonney kultiviert und fanden somit Einzug ins zypriotische Weinsortiment.

Wirklich stolz ist Charis jedoch auf die Lizenz den ältesten Wein Zyperns keltern zu dürfen: Commandaria. Der süße Dessertwein soll bereits 400 Jahre vor Christus getrunken worden sein und gilt als Wein der Könige. Richard Löwenherz hat ihn sogar zu seiner Vermählung getrunken, erzählt der Winzer. Der Name geht auf die Tempelritter zurück, die ihren Hauptsitz nach einer Eroberung in der Nähe des heutigen Limassols hatten und diesen als Kommandantur bezeichneten.

Der Wein wird aus zwei Trauben gewonnen, die nur in 400 bis 800 Metern in einer bestimmten Region Zyperns wachsen dürfen. Nach der Ernte werden sie zwei Wochen lang in der Sonne trocknet, bevor sie für mindestens zwei Jahre ins Fass kommen. Sind diese Voraussetzungen nicht erfüllt, darf der Winzer den Wein nicht Commandaria nennen. Charis Athenodorou kauft extra die zwei Weinsorten Mavro (rot) und Xynisteri (weiß) ein, um den beliebten Wein herstellen zu können.

Mosaik4 (1 von 1)

Bei einer solch jahrhundertelangen Produktionsgeschichte wundert es nicht, dass Dionysos, der Gott des Weins, auf der Insel beinahe so präsent ist wie Aphrodite, die bekanntlich vor Zypern aus dem Meer stieg. Im Archäologischen Park in Paphos können Besucher im Haus des Dionysos den weintrinkenden Gott auf einem Bodenmosaik bewundern. Im ehemaligen Eingangsbereich des Hauses aus dem 4. Jahrhundert vor Christus ist ebenfalls die Gastfreundschaft der Zyprioten in einem Mosaik verewigt. Der Ankömmling wird begrüßt mit den Worten: „Willkommen. Sei glücklich!“

Schaut rein, was Charis Athenodorou über Commandaria und seinen Job erzählt:

 

Advertisements